Eine Woche Skandinavien

Spontan, da es sich plötzlich so ergeben hat, habe ich am Samstag der vorletzten Woche nach einem anstrengenden aber erfolgreichen Workshop in Bonn entschieden, einen Kurzurlaub in Oslo dran zu hängen.

Ursprünglich war die Intention, meinem Auto mal das Elektromobilitätsparadies zu zeigen. Und genau das wurde es auch.

Die Fahrt und die Beschreibung dazu (ich bin mit dem IONIQ die gesamte Strecke von Bonn nach Oslo gefahren), werde ich in einem separaten Blogposting verarbeiten. Hier soll es um die persönlichen Eindrücke dieser Reise gehen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine besondere Beziehung zu Norwegen habe und es mich immer wieder dorthin zurück zieht. Aber dieser Urlaub war etwas besonderes, denn ich habe mich wirklich richtig entspannen können.

Am Samstag bin ich bis Odense gefahren und habe dort im Auto (ja, richtig gelesen!) übernachtet. Das war recht entspannt, obwohl ich diesmal meine Luftmatratze und den Schlafsack gar nicht dabei hatte. Ich habe es mir einfach auf der Rücksitzbank bequem gemacht und beim Laden die Klimaanlage auf „angenehm zum Schlafen“ gestellt.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Oslo und ich habe über Airbnb etwas zu sparsam gebucht und für die erste Nacht (ich habe mir Zeit gelassen und bin dadurch erst recht spät am Abend angekommen) eine Unterkunft gehabt, in der man zwar irgendwie übernachten kann – aber mehr auch nicht.

Am nächsten Morgen habe ich dann erstmal die Rückfahrt geplant. Da ich möglichst viel Zeit in Norwegen verbringen wollte und am Ende gleichzeitig so entspannt und schnell wie möglich wieder nach Hause kommen wollte, habe ich erstmal für den Freitagabend eine Fähre von Oslo nach Fredrikshavn gebucht und mich dann auf die Suche nach einer neuen Unterkunft für die restlichen 4 Nächste gemacht. Dabei bin ich nach kurzer Suche (wieder über Airbnb) über ein Zimmer im Stadtteil Frogner gestolpert, das sich als Glücksgriff herausstellen sollte. Bjørn, der meine Anfrage schnell und super freundlich beantwortet hat, sollte sich in den nächsten Abenden als ein wirklich angenehmer und sozialer Gastgeber herausstellen. Danke, wenn ich wieder mal nach Oslo komme, werde ich zuerst schauen, ob dort was frei ist!

Nachdem das erledigt war, habe ich die knapp 5 Tage damit verbracht, mir alles das anzuschauen, was ich mir in den 3 Jahren in und um Oslo längst hätte anschauen sollen oder was ich einfach nochmal sehen wollte.

So bin ich endlich mal im Nobel Peace Center gewesen und habe dort fast den gesamten Dienstag verbracht. Dicke Empfehlung, wenn ihr mal in Oslo seid!

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Nobel Peace Center

Eigentlich wollte ich danach noch fix ins Rathaus schauen, musste den Plan aber verschieben (am Ende auf Donnerstag), da dort eine Veranstaltung den öffentlichen Zutritt verhindert hat. Das Gebäude sieht von außen nicht besonders aus, ist aber von innen dafür umso interessanter.

 

Der Mittwoch war dann ganz der Geschichte gewidmet und ich habe mir das Frammuseum, das Kon Tiki-Museum und das Schiffahrtsmuseum gegeben. Eigentlich kannte ich alle drei schon. Aber in den Museen ist so dermaßen viel zu finden, dass man das auch problemlos mehrmals machen kann.

Der Donnerstag war dann ein „trip down the memory lane“ für mich. Ich habe mir die Orte angeschaut, an denen ich vor rund 10 Jahren gewohnt habe und wo Tristan geboren wurde.

Schön war’s und gerade den Blick runter vom Holmenkollen werde ich nie vergessen.

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Blick vom Holmenkollen über Oslo

Danach war noch Zeit für einen kurzen Abstecher ins Naturhistorische Museum (leider zu einem Teil geschlossen und daher nur mäßig interessant) und ins Munchmuseum. Die Ausstellung war interessant, auch wenn ich Cronquist und Bjørlo für zu abgedreht halte und nicht verstehe. Munch spricht mich da schon eher an.

Am Freitag stand dann schon der Abschied vor der Tür. Um 19:30 Uhr sollte die Fähre ablegen. Die Zeit bis dahin habe ich mit einem exzessiven Bummel durch die Stadt verbracht und bin dann am Ende des Tages mit wundervollem Wetter auf der Aker Brygge und einem traumhaften Sonnenuntergang (siehe Titelbild) verabschiedet worden.

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Aker Brygge

Der Abschied ist mir wirklich schwer gefallen. Die Stadt übt eine magische Anziehungskraft auf mich aus und auch die Leute sind in ihrer Art einfach so angenehm für mich, dass ich mich dort einfach wohl fühle.

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Aker Brygge

Die Fahrt mit der Fähre war unspektakulär. Der Service war Klasse. Ich habe an Bord das Zimmer gewechselt, da mir mein ursprüngliches Zimmer zu laut war und ich wirklich schlafen wollte. Ich hatte nicht bedachte, dass Freitagabend auf der Fähre Party gefeiert wird. Aber auf Deck 4 war dann himmlische Ruhe und ich konnte entspannt schlafen.

Auf der Rückfahrt habe ich noch einen kurzen Abstecher nach Pinneberg gemacht, um einen alten Kumpel und ehemaligen Arbeitskollegen zu besuchen. Der Rest der Strecke war dann nichts besonderes mehr. In Oberfranken wurde ich dann mit frostigen Temperaturen zwischen 0 und 4 Grad begrüßt und gegen halb 7 morgens am Sonntag war ich dann wieder in Regensburg.

Übrigens ist nicht alles in Norwegen teuer. Wenn man weiß, wo man gucken muss, kann man auch das eine oder andere Schnäppchen machen.

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Freia Oreo 320 Gramm für knapp 20 NOK (etwas über 2 €)

Weil wir gerade beim Thema Essen sind: Die Preise in den Restaurants sind heftig. Und auch die Supermarktpreise liegen bei den meisten Waren deutlich über dem, was wir aus Deutschland gewohnt sind. Allerdings ist auch die Qualität (zumindest teilweise) eine ganz andere. Während ich in deutschen Supermärkten Obst und Gemüse vor allem darauf prüfe, ob sie bereits vor sich hin gammeln (und dabei ist es völlig egal ob man bei Netto oder Edeka einkauft, der Unterschied ist nur die Quote der gammelnden Lebensmittel), habe ich das in Norwegen noch nicht beobachtet. Dort kann ich praktisch blind ein halbes Kilo Weintrauben kaufen und mir ziemlich sicher sein, dass diese nicht schon von unten wegfaulen.

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